Sprachatlas - Wissenswertes für Interessierte

In diesem Bereich möchte wir einige praktische und wissenschaftliche Themen und Fragen des Übersetzens und Dolmetschens für Sprachmittler und Interessierte veröffentlichen.

Die Übersetzungswissenschaft beschäftigt sich mit den allgemeinen Prinzipien des Übersetzungsprozesses. Die Anteile am Übersetzungsvolumen lassen sich auf die einzelnen Fachgebiete bzw. Fachrichtungen aufteilen. Übersetzungsbedarf besteht für sehr unterschiedliche Textsorten, überwiegend jedoch Firmendokumente und Geschäftskorrespondenz.
 Als Pragmatik der Übersetzung wird das Beziehungsgefüge zwischen textlichen und sprachlichen Gegebenheiten bezeichnet. Ebenso wie die Semantik und wie die syntaktischen Betrachtungen gehört die Pragmatik zum Übersetzen dazu.

Ein Übersetzer muss in der Lage sein, eine Übersetzung sprachlich und inhaltlich richtig wiederzugeben. Wenn wörtliche Entsprechungen in der Zielsprache fehlen, muss er sinnverwandte Formulierungen finden und dies entsprechend in der Übersetzung umsetzen. Damit wird die Stimmigkeit der Übersetzung hergestellt. Somit sind Übersetzungen heute wie damals unumgänglich. Sie dienen der Verständlichkeit in allen Bereichen des Geschäftslebens wie auch zum Verständnis anderer Kulturen. Damals wurden Bibeln und Gebote übersetzt, heute Texte aller Arten. Jedoch geht es immer auch um den Austausch zwischen den Kulturen. Hierzu dient die Übersetzung als ein unglaublich wichtiger und unentbehrlicher Teil der Kommunikation und hilft heutigen Unternehmen neue Märkte zu erschliessen. Deshalb sollte die Aufgabe und Tätigkeit des Übersetzens auch auf möglichst hohem Niveau betrieben werden.

News

Das Unwort des Jahres ist „Opfer-Abo“

Das teilte die Unwort-Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich mit. Das Schlagwort wurde einer Äußerung von Jörg Kachelmann zugeordnet.

14. Dezember 2012: Wort des Jahres "Rettungsroutine".

Das Wort des Jahres 2012 steht fest: Es lautet "Rettungsroutine". Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden bekannt. Der Begriff stehe für die immer wiederkehrenden Unternehmungen zur Rettung des Finanzsystems.

 

19. Januar 2012 - Unwort des Jahres 2011: Döner-Morde

 

 

Der Begriff  “Döner-Morde” wurde zum Unwort des Jahres gewählt. Begründung: Mit Döner-Morde wurden von Polizei und Medien die von einer neonazistischen Terrorgruppe verübten Morde an zehn Menschen bezeichnet. Der Ausdruck steht prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde: Die Unterstellung, die Motive der Morde seien im kriminellen Milieu von Schutzgeld- und/oder Drogengeschäften zu suchen, wurde mit dieser Bezeichnung gestützt. Damit hat Döner-Mord(e) über Jahre hinweg die Wahrnehmung vieler Menschen und gesellschaftlicher Institutionen in verhängnisvoller Weise beeinflusst. Im Jahre 2011 ist der rassistische Tenor des Ausdrucks in vollem Umfang deutlich geworden: Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts- terroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden.

 

Weitere Unwörter für das Jahr 2011:

 

Gutmensch
Begründung: Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des „guten Menschen“ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt entfaltet.

 

Marktkonforme Demokratie
Begründung: Die Wortverbindung marktkonforme Demokratie steht für eine höchst unzulässige Relativierung des Prinzips, demzufolge Demokratie eine absolute Norm ist, die mit dem Anspruch von Konformität mit welcher Instanz auch immer unvereinbar ist. Sie geht zurück auf ein Statement Angela Merkels, wonach Wege zu finden seien, „wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist.“ Auch wenn die Wortverbindung gegenwärtig meist kritisch verwendet wird, steht sie doch für eine bedenkliche Entwicklung der politischen Kultur.

 

Unwort-Statistik:
Für das Jahr 2011 wurden 923 verschiedene Wörter eingeschickt. Die Jury erhielt mit insgesamt 2420
Einsendungen die meisten Einsendungen seit Bestehen der Unwort-Aktion. Die häufigsten Einsendungen waren Döner-Morde (269mal), Stresstest (186mal), Rettungsschirm (136mal) und Tagesrandzeit (105mal).

(Text:  Prof. Dr. Nina Janich. Quelle: Pressemitteilung Technische Universität Darmstadt)

 

 

10. Januar 2012 - Wartburg erinnert an Luthers Bibel-Übersetzung

Auf der Wartburg bei Eisenach wird zum Jahresbeginn an Luthers Bibel-Übersetzung vor genau 490 Jahren erinnert. Der Reformator übersetzte damals das Neue Testament innerhalb von zehn Wochen ins Deutsche. Luther lebte in dieser Zeit inkognito als "Junker Jörg" in der Stube in der Burgvogtei. Für den Historiker Hilmar Schwarz machte Luther mit der Übersetzung "das Wort Gottes dem gemeinen Manne zugänglich". 

Im Frühjahr wird auf der Wartburg "Luthers Bilderbiografie" gezeigt.

Die Wartburg, die seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe ist, zieht weiterhin Besucherströme an. Nach Angaben der Wartburg-Stiftung wurden im Jahr 2011 knapp 364.000 Besucher gezählt. In den vergangenen Jahren hatte die Stiftung immer von rund 500.000 Besuchern jährlich gesprochen. Im Rahmen des anstehenden Reformationsjubiläums 2017 zeigt die Wartburg von Mai 2012 bis zum März 2013 die Schau "Luthers Bilderbiografie". Die "Biografie" besteht aus zwölf Leinwandbildern. Sie wurden um 1872 im Auftrag des Weimarer Großherzogs von Professoren der Weimarer Malerschule gemalt. Zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags an die Schlosskirche von Wittenberg wird die Wartburg 2017 eine der drei großen nationalen Ausstellungen zeigen. Der Arbeitstitel: "Luther und die Deutschen".                       (Quelle: mdr.de)

 

04. Januar 2012 - Norwegen: Bibel ist der Bestseller 2011

Ein echter Klassiker hat in Norwegen im vergangenen Jahr die Bestsellerliste angeführt - die Bibel. Nach 30 Jahren wurde die Bibel erstmals wieder ins Norwegische übersetzt. Von der Veröffentlichung im Oktober bis zum Jahresende fand sie sich meist an der Spitze der Verkaufsstatistiken. Bisher gingen 80.000 Exemplare über den Ladentisch. 30 Autoren, darunter Priester, Übersetzer und Wissenschaftler waren an dem Werk beteiligt. Im Gespräch mit dem britischen "Guardian" führen sie den Erfolg weniger auf die Gläubigkeit der Norweger zurück als vielmehr auf die gute Lesbarkeit der Neuübersetzung. Dass das Attentat von Utoya im Sommer die Norweger empfänglicher für das Wort Gottes gemacht haben könnte, schließen sie eher aus. (Quelle: dradio.de)

 

19. Dezember 2011 – Geld von der EU

Die EU fördert abermals Übersetzungen europäischer Literatur. Bis zu 60.000 Euro pro Buch werden gezahlt. Der nächste Einsendeschluss ist der 3. Februar 2012. Die Entscheidungen werden im Sommer 2012 bekanntgegeben.

Ein Verlag kann Zuschüsse für bis zu zehn Übersetzungen beantragen. Förderfähig sind nur belletristische Werke, unabhängig davon, welcher literarischen Gattung sie angehören. Es muss sich um Übersetzungen aus den Literaturen der EU-Länder handeln. Dazu kommen die Länder, mit denen Assoziationsabkommen bestehen: Island, Norwegen, die Türkei, Serbien, Kroatien, Mazedonien. Das zu übersetzende Originalwerk muss bereits erschienen sein, auch ältere Literatur wird akzeptiert - allerdings keine Neuübersetzungen.

Im vergangenen Jahr haben sich 301 Verlage um eine Förderung beworben (nur 7 davon aus Deutschland) -  95 wurden berücksichtigt (darunter 2 deutsche Verlage). Über 2,77 Mio Euro wurden verteilt, im Durchschnitt also mehr als 29.000 Euro pro Verlag. Damit werden 495 Übersetzungen finanziert. (Quelle: Boersenblatt.net)

 

18. Dezember 2011 - Neujahrsansprache 2012

Neujahrsansprache der Kanzlerin wird erstmals in Gebärdensprache übersetzt

Die Neujahrsansprache der Kanzlerin wird auch für Gehörlose verständlich gemacht. Erstmals wird bei der Fernsehübertragung der Rede von Angela Merkel ein Gebärdensprachdolmetscher eingesetzt. Das teilte Regierungssprecher Seibert mit. Zu sehen ist die Ansprache samt Übersetzung in Gebärdensprache auf dem Sender Phoenix. (Quelle: dradio.de)

 

15. Dezember 2011 - Preis zur Förderung der Übersetzung

Geisteswissenschaften International: Ausschreibung läuft

Der Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke geht in eine neue Runde: Die aktuelle Ausschreibung von Geisteswissenschaften International läuft noch bis zum 31. Januar 2012. Zusätzlich werden herausragende Publikationen ausgezeichnet.

Teilnehmen können alle Verlage mit Sitz in Deutschland. Der Preis wird zweimal pro Jahr für geistes- und sozialwissenschaftliche Publikationen vergeben. Mit dem Preisgeld von insgesamt jährlich 600.000 Euro werden die Übersetzungen der prämierten Titel ins Englische finanziert, so der Börsenverein in seiner Mitteilung.
 
Eine Änderung gibt es bei den Teilnahmebedingungen: Es wird unterschieden zwischen Förderung und Auszeichnung. Gefördert werden wissenschaftliche Werke, deren Übersetzung und Publikation durch einen lizenznehmenden Verlag vorgesehen ist. Ausgezeichnet werden einzelne exzellente Publikationen auf dem Gebiet der deutschen Geistes- und Sozialwissenschaft mit dem Übersetzungsförderungspreis Geisteswissenschaften International. Die hierfür vorgeschlagenen Werke werden von der Jury nach ihrem Innovationsgehalt und ihrer Strahlkraft beurteilt. Zudem kann in begründeten Einzelfällen auch eine Übersetzung in eine andere Sprache beantragt werden.
 
Das Ziel der Förderung, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gemeinsam mit den Partnern Auswärtiges Amt, Fritz Thyssen Stiftung und VG Wort vergibt: Sie soll zu einer stärkeren internationalen Verbreitung deutscher Forschungsergebnisse in den Sozial- und Geisteswissenschaften beitragen und zugleich Deutsch als Sprache der Erstpublikation fördern. (Quelle:Boersenblatt.net)

 

Anglizismius des Jahres 2011

Das Wort bezeichnet eine unvorhergesehene, anhaltende, über soziale Netzwerke und Blogs transportierte Welle der Entrüstung über das Verhalten öffentlicher Personen oder Institutionen, die sich schnell verselbstständigt und vom sachlichen Kern entfernt und häufig auch in die traditionellen Medien hinüber schwappt. Quelle: anglizismusdesjahres.de

 

Zitate

„Man könnte auch sagen, die Sprache Europas ist heute die Übersetzung“

Hugo Loetscher - Literaturkritiker

"Ich glaube, dass gute Übersetzungen immer wichtiger werden und dass Übersetzer beste Bedingungen verdienen, damit sie ihre schwierige Arbeit möglichst gut tun können. ... Wenn wir in der Welt, vor allem aber in Europa, zusammenwachsen wollen, wenn wir uns wirklich verständigen wollen, dann brauchen wir gute Übersetzungen von Literatur."

Bundespräsident Johannes Rau auf dem 27. Kongress der Internationalen Verleger-Union.

 "Translation must be more than a marriage, it must be a marriage of love"   Zitat: Jean Cocteau

 "Beim Übersetzen muss man bis ans Unübersetzliche herangehen; alsdann wird man aber erst die fremde Nation und die fremde Sprache gewahr"  

"Wer fremde Sprache nicht kennt, weiss nichts von seiner eigenen"

"Übersetzer sind als geschäftige Kuppler anzusehen, die uns eine halbverschleierte Schöne als höchst liebenswert anpreisen: Sie erregen eine unwiderstehliche Neigung nach dem Original"

 Johann Wolfgang von Goethe

Wissenswertes

Die häufigste Sprache der Welt

Die meistgesprochenen Sprachen der Welt zu Anfang des 21. Jahrhunderts. Zahl der Sprecher (Stand 2009):

  1. Chinesisch: 1213 Mio
  2. Spanisch: 329 Mio
  3. Englisch: 328 Mio
  4. Hindi/Urdu: 242 Mio
  5. Arabisch: 221 Mio
  6. Bengalisch: 181 Mio
  7. Portugiesisch: 178 Mio
  8. Russisch: 144 Mio
  9. Japanisch: 122 Mio
  10. Deutsch: 90 Mio
  11. Französisch: 68 Mio

Die älteste Sprache der Welt

Aramäisch, die Sprache in der Jesus Christus seine Predigten gehalten hat. Diese Sprache wird noch heute von rund 500.000 Menschen gesprochen, vor allem im Iran, Irak, Israel, Syrien, Libanon sowie in der Türkei. Die ersten schriftliche Nachweise sind ca. 3000 Jahre alt - damit gehört Aramäisch zu den ältesten noch heute gesprochenen Sprachen.

Griechisch hat eine ähnlich lange Historie, allerdings hat das Altgriechische (2800 Jahre alt) mit dem heute gesprochenen Griechisch soviel Ähnichkeit wie  Latein (2600 Jahre alt) mit dem heutigen Italienisch, also so gut wie keine.

Die älteste noch gebrauchte Schriftsprache ist das Chinesische, die Aussprache hat sich - trotz der vielen Zeichen welche um die 4000 Jahre alt sind - doch  so massiv verändert, dass unter Sprachwissenschaftlern umstritten ist, ob man Chinesisch zur ältesten noch gesprochenen Sprache erheben soll.

Das Gleiche gilt für das 3000 Jahre Althebräisch, welches mit dem heutigen Ivrit, der Amtssprache Israels, nur wenig gemein hat.

Somit ist diese Frage nicht eindeutig zu beantworten.

Die sieben schnellsten Sprachen

 

Platz 1: Japanisch: Den Japanern macht bei der Redegeschwindigkeit, keiner so schnell etwas vor. Mit 7,84 Silben pro Sekunde ist Japanisch die schnellste aller sieben getesteten Sprachen.

Platz 2: Spanisch: Nicht umsonst hört es sich wie ein Wasserfall an, wenn jemand spanisch spricht. 7,82 Silben bringt man im Spanischen durchschnittlich in nur einer Sekunde über die Lippen.

Platz 3: Französisch: In dieser Sprache schafft man in der Sekunde durchschnittlich 7,18 Silben

Platz 4: Italienisch: Die Italiener kommen im Schnitt auf 6,99 Silben pro Sekunde.

Platz 5: Englisch: Englisch ist zwar die effektivste Sprache, aber keineswegs die Schnellste. 6,19 Silben schafft man durchschnittlich in der Sekunde. Mehr nicht.

Platz 6: Deutsch: Mit 5,97 Silben pro Sekunde sind die deutschen Muttersprachler aber auch nicht wirklich schneller.

Platz 7: Mandarin: Die Chinesen reden so schnell, dass sie es schaffen 5,18 Silben in der Sekunde auszusprechen. Trotzdem landet die Sprache auf dem letzten Platz der Lyon-Studie.

Quelle: Welt.de

Skurriles

"Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils." Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 22. März 1996

„Eben bekomme ich von Customer Care der Deutschen Telekom AG die Message, daß ich jetzt meine Rechnung Online bekomme. Ich kann sie dann downloaden und auf meine Hard Disc storen. Nachdem ich sie auf meinem Laser-Jet geprintet habe, kann ich sie dann dort wieder deleten, damit sie mir nicht zuviel Space wegnimmt. Für künftigen Access habe ich mir sicherheitshalber die URL der Web Site gebookmarkt. Bei Unklarheiten darf ich die Hotline contacten". Johannes Michalowsky

Was hilft? Ein gutes Sprachgefühl. Wie bekommt man das? Lesen, lesen, lesen... – am besten die Klassiker. Und bei Übersetzungen darf man gern einen Muttersprachler um Rat fragen oder ein gutes idiomatisches Wörterbuch. Ansonsten gilt bei fremdsprachigen Ausdrücken in der eigenen Sprache meist: weniger ist mehr. Wenigstens heißt das auch auf Englisch: less is more.

Bestrebungen, die deutsche Sprache zu säubern, beziehungsweise rein zu halten, gibt es schon lange – ebenso wie Sprachverfalls-Befürchtungen. Hochkonjunktur hatten sie im 16./17. Jahrhundert mit den barocken Sprachgesellschaften, die so bizarre Namen wie "Fruchtbringende Gesellschaft" oder auch "Pegnesischer Blumenorden" trugen. Ihr Ziel war unter anderem die Ausmerzung von Fremdwörtern, die durch deutsche Wörter ersetzt werden sollten. So sollte aus dem Nonnenkloster der Jungfernzwinger werden, aus dem Fenster der Tageleuchter und man schlug Löschhorn für Nase und Zitterweh für Fieber vor. Die meisten dieser Vorschläge hören sich für uns heute absurd und umständlich an. Aber tatsächlich haben sich auch manche dieser Eindeutschungen durchgesetzt. So sagen wir heute Jahrhundert für Säculum, Augenblick für Moment, Nachwort für Epilog, Tagebuch für Diarium oder Letzter Wille für Testament. 

 

Redewendungen und Ihr Ursprung

 

Jemandem den Hof machen

Die Redewendung stammt aus einer Zeit, in der das französische Hofleben als Vorbild der europäischen Königshäuser fungierte und es „in“ war, französisch zu sprechen und französische Gepflogenheiten anzunehmen. Daher ist diese Redewendung auch die wörtliche Übersetzung des französischen „faire la cour“.

 

 

Im Stich lassen
 

Diese Redensart stammt aus dem Turnierwesen des Mittelalters und tauchte im 15. Jahrhundert erstmals auf. Fiel ein Ritter bei einem Turnier vom Pferd, musste sein Knappe ihm wieder auf das Pferd helfen, weil seine Rüstung so schwer war. War der Knappe nicht rechtzeitig da oder reichte ihm schnell genug seine Lanze, dann ließ er seinen Herrn ungeschützt “im Stich” seines Gegners, so dass der gefallene Ritter leicht vom gegnerischen Ritter erstochen/gestochen werden konnte.  

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